Umweltbonus für thermische Sanierung
Graz. Gut ein halbes Jahr lang hat die Wirtschaftskammer geschlafen, jetzt, kurz vor den Wahlen, ist sie aufgewacht und greift endlich eine Forderung auf, die der RFW seit Monaten erhebt: Einen Umweltbonus für die thermische Sanierung von Gebäuden. Damit würde nicht nur die Wirtschaft angekurbelt, sondern auch der Bevölkerung beim Sparen geholfen.
„So kompliziert war unser Vorschlag wirklich nicht“, wundert sich Dr. Erich Schoklitsch, Landesobmann des RFW und Spitzenkandidat für die Wirtschaftskammerwahl, über die lange „Nachdenkphase“ der Wirtschaftskammer. Diese hat nun bei Finanzminister Josef Pröll eine Forderung deponiert, die der RFW schon seit mehr als einem halben Jahr landauf, landab trommelt: Ein neues Konjunkturpaket für die thermische Sanierung von Gebäuden.
Nachdem das Paket der Bundesregierung für die thermische Sanierung von 100 Millionen Euro längst aufgebraucht ist, ist es höchste Zeit, für die Steiermark einen Umweltbonus für die thermische Sanierung einzuführen und einen Fonds mit 50 Millionen Euro zu dotieren. Damit könnte man nicht nur der Wirtschaft zu wichtigen Aufträgen verhelfen, sondern man würde auch den Steirerinnen und Steirern beim Sparen helfen (bis zu 70 Prozent der Energiekosten!), die Umwelt verbessern (zig Tonnen CO2-Reduktion pro Jahr) und die Importe von Energieträgern senken. Denkbar wäre eine Förderquote von 25 Prozent und maximale Förderhöhe von 20.000 Euro, die unabhängig von der Inanspruchnahme eines Kredites gelten sollte.
Zugleich würde damit die Existenz vieler KMU abgesichert und unzählige Arbeitsplätze gerettet werden, betont Schoklitsch. Wie wichtig diese Unterstützung ist, zeigte eine Umfrage der Creditreform Wirtschaftsauskunftei unter mehr als 1800 KMU im Vorjahr, deren Ergebnisse alarmierend sind:
• 40,3 Prozent der Befragten haben ihren Personalbestand im vorhergehenden halben Jahr verkleinert.
• Gut jedes vierte KMU (26,1 Prozent) musste aufgrund der Finanzkrise sogar Personal entlassen.
• Jedes dritte KMU (35,3 Prozent) plante konkrete Entlassungen.
• 30 Prozent gaben an, bislang zwar noch keine Mitarbeiter entlassen zu haben, befürchteten aber, dies innerhalb der folgenden Monate tun zu müssen.
Jetzt haben Experten des Wirtschaftsforschungsinstitutes dem RFW Recht gegeben und empfohlen, die Mittel für den Wohnbaubereich bis 2020 auf 300 Millionen jährlich zu erhöhen. Für den Finanzminister sei dies ein gutes Geschäft, denn das Geld fließe doppelt bis dreifach ins öffentliche Budget zurück.
18.02.10





